Willkommen in der Online-Ausgabe der "biochemischen Hausapotheke"

Informationen über die Schüssler Salze

Schüssler Salze

Die Schüssler Salze nach Dr. Schüssler sind preiswert, nebenwirkungsfrei und in jeder deutschen und Österreichischen Apotheke erhältlich. Die Anwendung ist bequem und seit über 100 Jahren erprobt. Mit den 12 Hauptmitteln sind Sie für alle g&uaml;ngigen Erkrankungen gewappnet und können sich jederzeit selbst helfen, bis Sie die Möglichkeit haben, einen Arzt aufzusuchen.

Sie suchen Informationen über die Schüssler Salze nach Dr. Wilhelm Schüssler? Dann schlagen Sie hier in dem Buch "Die biochemische Hausapotheke" von Peter Köster nach, welche Mittel Ihnen bei welcher Erkrankungen schnell, preiswert und frei von Nebenwirkungen helfen k&uoml;nnen.

Was ist die Biochemie nach Dr. Schüßler?

Haben Sie sich auch schon beim Durchlesen eines Medikamenten-Beipackzettels gefragt, ob es nicht doch Arznei ohne Nebenwirkungen gibt? Können Sie sich vorstellen, kleine Unpäßlichkeiten, mit denen Sie nicht gleich zum Arzt gehen wollen, preiswerter und risikoloser selbst zu behandeln?

Möchten Sie in der Lage sein, sich mit Ihrer Hausapotheke im Notfall und bei leichten Erkrankungen selbst zu helfen? Oder leiden Sie gar an einer Krankheit, die Sie selbst oder Ihr Arzt mit mehr oder weniger Erfolg behandelt?

Sie wollen natürlich nicht zukünftig auf ärztliche Behandlung verzichten; aber bis zum Eintreffen des Arztes, an Wochenenden, auf Reisen und grundsätzlich wäre es gut, eine vollständig ausgerüstete Hausapotheke zu haben, die preiswert, ungiftig, langjährig erprobt und bewährt ist.

Die Heilweise, mit der wir uns beschäftigen wollen, wurde vor über 100 Jahren von Dr. Schüßler begründet.

Dr. Schüßler (1821-1898) war Arzt in Oldenburg. Er war von Anfang an ein Verfechter der Homöopathie Samuel Hahnemanns. Hahnemann (1755-1843) lehrte, daß die Ursache aller Krankheiten eine Störung der Lebenskraft sei. Da die Lebenskraft etwas stofflich "nicht Greifbares", sondern etwas "Geistartiges" ist, suchte er Arzneien, die nicht gegen die Krankheit und ihre Symptome wirkt, sondern ordnend auf die Lebenskraft einwirkt.

Seine Mediziner-Kollegen, so meinte Hahnemann, behandelten nur die Symptome, aber nicht die Krankheit, und sie handelten immer gegen die Symptome. Hatte ein Patient Fieber, bekam er ein fiebersenkendes Medikament. Er ging bei seinen Forschungen einen anderen Weg.

Die damals wie heute verordneten chemischen und pflanzlichen Arzneien wirken in großen Mengen giftig und verursachen Krankheitssymptome beim Patienten. Hahnemann studierte diese "Vergiftungserscheinungen" der Arzneimittel am Menschen.

Wenn ein Gesunder beispielsweise eine gewisse Menge der Tollkirsche (Belladonna) einnimmt, zeigen sich immer wieder dieselben Krankheitssymptome. Hatte Hahnemann nun einen Kranken vor sich, der diese Symptome als Krankheitszeichen zeigte, dann verordnete er eine kleine Menge verdünntes Belladonna - und der Kranke wurde gesund. Hahnemann verordnete also etwas der Krankheit Ähnliches.

Auf seine spezielle Art der Verdünnung - Hahnemann nannte sie "potenzieren" - kommen wir später.

Mit dieser Behandlungsweise hatte Schüßler, genauso wie Hahnemann, viele grandiose Erfolge, und er hat durch Veröffentlichung seiner Erfahrungen viel zur Popularität dieser Heilmethode beigetragen. Doch so segensreich die Homöopathie in den Händen eines guten Arztes ist, störte Schüßler doch immer die unübersehbare Menge der verschiedenen Medikamente.

Um ein guter homöopathischer Arzt zu sein, bedarf es ständigen Studiums und eines fast genialen Gedächtnisses, um die unterschiedlichen Arzneimittelbilder ständig im Kopf zu haben.

Dr. Schüßler erforschte unermüdlich die Wirkung der homöopathischen Arzneien auf den menschlichen Körper. Bei der Untersuchung der Asche von Verstorbenen nach der Verbrennung fand Dr. Schüßler immer wieder 12 Mineralsalze.

Diese 12 Mineralsalze kannte er schon aus seiner homöopathischen Praxis, und er wußte, daß diese Minerale in der Hahnemannschen Potenzierung eine tiefgreifende, den Körper umstimmende Wirkung haben.

Angeregt durch die Forschungen des Pathologen Virchow, untersuchte er die Wirkung dieser Salze auf die Zellen im menschlichen Organismus. Professor Virchow war bei seinen eigenen Forschungen an den menschlichen Körperzellen zu der Erkenntnis gekommen, daß alle Krankheiten ihre Ursache in einer Veränderung der Zellen hatten. Das normale, gesunde Wirken einer Zelle ist abhängig vom normalen Gehalt an anorganischen Nährsalzen. Jede Abweichung im normalen Salzgehalt der Zellen - sei es ein Mangel oder ein Überschuß - führt zur Krankheit.

Schüßler schloß aus seinen Untersuchungen und weiteren Beobachtungen, daß diese Salze in jedem Körper und also auch in den Zellen vorhanden sein müssen. Ein Mangel oder Überschuß dieser Salze im Körper löst nach seiner Meinung Krankheit aus.

Daraus folgerte er, daß durch die Zufuhr dieser Mineralsalze der Mangel im Körper ausgeglichen werden kann. Durch seine homöopathische Praxis wußte er aber auch, daß eine einfache Zufuhr dieser Salze in materiellen Dosen kaum etwas bewirkt.

Als Beispiel soll hier die Blutarmut dienen: Wird bei einem Patienten eine Anämie (Blutarmut) festgestellt, verordnet der Arzt meist ein eisenhaltiges Präparat. Das Eisen im Medikament soll von den Verdauungsorganen in den Organismus aufgenommen werden und dort das fehlende Eisen ersetzen. So weit, so gut.

Doch der Körper ist nach Verabreichung des Eisens - selbst wenn es über Jahre hinaus eingenommen wird - immer noch nicht in der Lage, das in der Körper-Zelle fehlende Eisen selbst der Nahrung zu entnehmen, überdies kann er das Eisen in dieser Dosierung nicht restlos verarbeiten: Vielfach machen sich als Nebenwirkungen Magenschmerzen bemerkbar, der größte Teil des Eisens wird mit dem Stuhl wieder ausgeschieden.

Dr. Schüßler begann, diese Salze nach der Entdeckung Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie, zuzubereiten, zu potenzieren: Er nahm ein Gramm eines Salzes, z. B. Natrium chloratum (Kochsalz), und verrieb es mit 9 Teilen Milchzucker. Dieses war die 1. Potenz (D1). Von dieser D1 nahm er wieder ein Gramm und verrieb es wiederum mit 9 Teilen Milchzucker. Das ergab die D2. So fuhr er fort bis zur D6 und D12.

Die von ihm gefundenen 12 verschiedenen Mineralsalze nannte Schüßler die "Biochemischen Funktionsmittel". Es sind:

Dr. Schüßler hat später das zwölfte Mittel wieder aus seinem Repertoire gestrichen und nur mit den ersten elf Mitteln behandelt. Von seinen Nachfolgern wurde es jedoch wieder aufgenommen.

Obwohl Schüßler am Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit homöopathisch behandelte, hat seine Therapie mit der Hahnemannschen Behandlungsweise nur die Art der Herstellung der Präparate gemeinsam. Schüßler schrieb in seinem 1874 erschienenen Buch "Eine abgekürzte Therapie": "Mein Heilverfahren ist aber kein homöopathisches, denn es gründet nicht auf das Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf die physiologisch-chemischen Vorgänge, welche im menschlichen Organismus sich vollziehen."

Mit Fortschreiten der Forschung wurden nach Schüßlers Tod noch zwölf weitere Salze gefunden, die man dann Ergänzungsmittel nannte; sie werden zwar wesentlich seltener eingesetzt als die Funktionsmittel, aber der Vollständigkeit wegen sollen sie auch erwähnt werden:

Die von Dr. Schüßler begründete "Biochemie" hat im Laufe der Jahre bewiesen, daß sie eine Existenzberechtigung hat. Sie ist risikolos, bei korrekter Anwendung wirksam und völlig auf den Menschen abgestimmt, also natürlich.

Mit den Funktionsmitteln (Nr. 1-12) ist es möglich, fast jede Krankheit auszukurieren. Selbstverständlich können Degenerationen im Körper (z. B. eine zerstörte Buchspeicheldrüse beim Diabetiker) nicht mit Hilfe der Biochemie wieder zurückgebildet werden. Weiterhin gibt es gefährliche Krankheiten wie Gehirnhautentzündung, Diphterie usw., bei denen der sofortige Einsatz von Antibiotika sicherer und sinnvoller ist. Doch der Verlauf auch solcher Krankheiten kann durch den zusätzlichen Einsatz der Funktionsmittel einen günstigeren Verlauf nehmen als bei alleiniger konventioneller Behandlung.

Die Werbung will uns immer einreden, es gäbe "die" Medizin gegen Schnupfen, Husten etc. Bei der Biochemie nach Dr. Schüßler müssen wir nun ein wenig umdenken; denn die meisten Medikamente der allopathischen Medizin "heilen" ja keine Krankheiten, sondern Bekämpfen nur die Symptome.

Wenn zum Beispiel am Auto die Warnlampe aufleuchtet, weil der Motor Öl verloren hat, fährt der Fahrer an die Tankstelle oder zur Werkstatt.

Angenommen, der Mechaniker würde jetzt die Kontrollampe herausschrauben, statt Öl nachzufüllen, was würde geschehen? Die Lampe leuchtet nicht mehr, signalisiert keinen Fehler in der Maschine. Würden Sie glauben, daß der Motor jetzt in Ordnung ist?

Genauso wie dieser pfuschende Tankwart verhalten sich zum Beispiel viele Schmerzmittel. Die Schmerzen werden betäubt, und der Körper muß sich selbst helfen.

Die naturheilkundlich behandelnden Ärzte sind schon lange zu der Auffassung gelangt, daß es zwar viele Namen für Krankheiten gibt, aber im Grunde ist es immer dieselbe Krankheit: der kranke Mensch.

Ein Mensch wird dort krank, wo seine Abwehrkräfte am schwächsten sind. Deshalb ist es sinnvoller, den Körper zu unterstützen, mit der Krankheit selbst fertig zu werden, als nur die Krankheitserreger zu bekämpfen.

Bei der biochemischen Therapie nach Dr. Schüßler wird der Körper angeregt, die fehlenden Mineralsalze wieder selbst auszugleichen. Auf welche Weise der Ausgleich geschieht, ist leider noch nicht restlos geklärt; aber aufgrund neuester Forschungen wird angenommen, daß es sich um eine kybernetische Information handelt, die elektro-chemische Veränderungen im Zellgewebe bewirkt.

Von den Kritikern der Biochemie und der Homöopathie wird immer wieder das Argument vorgebracht, derart kleine Mengen von Mineralsalzen können keine Veränderungen im Körper bewirken. Dem kann man entgegenhalten, daß die Wirkung von Heilquellen, welche Schwefel, Eisen, Kieselsäure usw. in gelöster Form enthalten, schon seit Jahrhunderten für die Wiederherstellung der Gesundheit genutzt werden.

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird empfohlen, das Trinkwasser zur Vermeidung von Zahnkaries mit Fluor anzureichern. Dabei wird ein Milligramm Fluor pro Liter Wasser als ausreichend angesehen. Diese Verdünnung (1:1000000) entspricht der Potenz D6, die Dr. Schüßler mit dem Funktionsmittel Calcium fluoratum vor über 100 Jahren zur Unterstützung gegen Karies einsetzte.

Leider ist es für den Anfänger auf diesem Gebiet nicht immer einfach, das richtige Mittel zu finden; dazu ist ein eingehendes Studium der Mittelbilder nötig. Bei der Suche sind nicht nur die oberflächlichen Symptome zu berücksichtigen, sondern auch die speziellen Merkmale und die sogenannten Modalitäten.

Wenn der Arzt bei mehreren Patienten grippale Infekte diagnostiziert, sind trotz derselben Bezeichnung keine zwei Krankheiten gleich: Der eine klagt zusätzlich über rauhen Hals, der zweite über Ohrenschmerzen, ein anderer über Muskelschmerzen und ein weiterer leidet an Atemnot. Es ist leicht einzusehen, daß es sich um ganz verschiedene Symptome handelt. Folglich muß auch für jeden Patienten ein individuelles Mittel gesucht werden.

Es ist wichtig, zu unterscheiden, ob die Absonderungen aus Nase oder Bronchien gelb, grün, braun oder glasig sind, ob der Schnupfen die Nase wund macht oder mild ist usw.

Als Beispiel zum Auffinden des für den Patienten richtigen Funktionsmittels soll hier folgende Geschichte dienen:

"Wo willst du denn mit dieser ungeheuren Menge Taschentücher hin?" Werner deutete auf das Paket, das sein Kollege aus dem Nebenraum unter dem Arm trug. "Planst du eine längere Krankheit?"

Der winkte ab: "Ich hatte doch vor einigen Wochen eine Erkältung. Erinnerst du dich?"

Und ob Werner sich erinnerte. Er mußte damals komplizierte Berechnungen anstellen. Mehr als einmal hatten ihn die donnernden Nieser aus dem Nebenzimmer bei seinen Überlegungen gestört. "Ist das immer noch nicht vorbei?"

"Wie man's nimmt. Der Husten ist weg, das Niesen auch. Aber meine Nasenschleimhäute sind immer noch geschwollen, und die Nase ist ständig verstopft."

"Und was machst du dagegen, außer Taschentücher kaufen?" fragte er grinsend.

"Mein Arzt hat mir ein Nasenspray verschrieben. Aber wenn ich es regelmäßig nehme, bekomme ich Stiche in der Lebergegend; da bin ich etwas empfindlich. Das steht auch als mögliche Nebenwirkung auf dem Beipackzettel, deshalb nehme ich den Spray nicht mehr."

"Dann machst du also gar nichts gegen deinen chronischen Schnupfen?"

"Wieso chronisch?" Gerd, sein Kollege, sah ihn verwundert an. "Nach den paar Wochen kann man doch noch nicht von chronisch sprechen. Der Schnupfen wird schon wieder weggehen!"

"Ich würde das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Für die Leber würde ich an deiner Stelle auch etwas tun."

"Was würdest du denn tun, Herr Medizinmann?" fragte er ironisch.

"Hast du schon mal von der Biochemie nach Dr. Schüßler gehört?"

Gerd schüttelte den Kopf.

Werner griff in seinen Aktenkoffer und reichte ihm eine kleine Broschüre mit dem Titel "Mineralstoffe des Lebens". "Diesen Prospekt habe ich aus der Apotheke. Lies ihn dir mal durch, und dann schreib heute abend mal in Ruhe deine Beschwerden auf. Morgen suchen wir dann gemeinsam das richtige Mittel für dich raus, wenn es dir recht ist."

Gerd nickte und sie verabschiedeten sich.

*

Am nächsten Morgen betrat Gerd Werners Büro.

"Das ist ja ungeheuer interessant, was du mir da zu lesen gegeben hast. Kennst du dich wirklich damit aus?"

"Meine Frau und ich beschäftigen uns seit fast fünf Jahren damit. Bei kleinen 'Wehwehchen', mit denen wir sowieso nicht zum Arzt gehen, helfen wir uns auf diese Weise selbst."

"Ich habe eine Liste meiner Beschwerden aufgeschrieben. Es ist alles nichts Schlimmes, aber wenn ich es so aufgeschrieben sehe, dann ist doch einiges nicht in Ordnung.

Da ist erst mal meine Gallenblase. Vor einigen Jahren hat mein Arzt Gallengrieß festgestellt. Ich trinke deshalb regelmäßig Brennnesseltee."

"Brennesseltee ist sehr gesund für die Gallenproduktion und zur Blutreinigung", bestätigte Werner. "Aber mit der Biochemie kann man den ganzen Körper umstimmen. Bei Gallenbeschwerden ist Natrium sulfuricum, Natrium phosphoricum und evtl. Kalium sulfuricum angezeigt." Er schrieb die drei Mittel auf einen Bogen Papier.

"Dann ist da mein Schnupfen mit gelb-grünlichem Schleim."

"Gelb-grüne Absonderungen sind typisch für Natrium sulfuricum, Kalium sulfuricum, Natrium phosphoricum und Calcium sulfuricum." Werner unterstrich auf seiner Liste Natrium sulfuricum, Kalium sulfuricum, Natrium phosphoricum und schrieb Calcium sulfuricum daneben.

"Dann ist da noch meine gelblicher Zungenbelag. Außerdem leide ich manchmal unter Atemnot, wenn ich etwas gegessen habe."

"Gut, daß dir das aufgefallen ist, solche Kleinigkeiten können ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Mittels sein. Gelben Zungenbelag finden wir bei Natrium phosphoricum und Natrium sulfuricum." Er unterstrich die entsprechenden Mittel auf seiner Liste erneut. "Jetzt fehlt noch die 'Atemnot, verschlimmert nach Essen'." Werner überlegte einen Augenblick und blätterte in einem Buch. "Da gibt es nur Natrium phosphoricum." Er sah ihn einen Moment nachdenklich an. "Das scheint das richtige Mittel für dich zu sein. Versuche Natrium phosphoricum D6, 6 Tabletten täglich. Aber du darfst nicht ungeduldig werden. Natrium phosphoricum wirkt sehr langsam. Einige Tage, vielleicht auch Wochen, mußt du schon Geduld haben, bis eine Besserung eintritt."

*

Wenn man durch das Studium der Mittelbilder zu dem Ergebnis gelangt, daß mehrere Mittel zutreffen könnten, sollte das Mittel gewählt werden, welches die meisten Übereinstimmungen mit der Krankheit hat. Dabei dürfen auch die Symptome im geistig-seelischen Bereich nicht vernachlässigt werden, weil sie eventuell bei der Wahl des Mittels ausschlaggebend sein können.

Dr. Schüßler verwendete nur ein Mittel zur Zeit, und ein Arzt, der sich zu Schüßlers Schülern zählt, wird es wohl genauso machen. Doch viele Ärzte und Heilpraktiker verwenden mehrere Mittel auf einmal, und in den Ländern der Dritten Welt behandeln manche Ärzte mit Mischungen aus den Mitteln, die am nächsten auf die Leiden passen, sogar schwerste Krankheiten wie Malaria, Lepra etc. So scheint also eine Mischung auch nicht zum Schaden des Patienten zu sein, obwohl im Prinzip die Behandlung mit einem Salz optimal ist.

Wann kann man nun als Patient zu den biochemischen Medikamenten greifen?

1. Im akuten Notfall (nachts, Wochenende) wenn die Beschwerden nicht allzu schlimm sind und noch kein Notarzt gerufen werden muß oder im Notfall, bis der Arzt eintrifft, als erste Maßnahme.

2. Bei Leiden, die vom Arzt behandelt werden, kann der Körper durch die biochemischen Mittel zusätzlich unterstützt werden.

3. Bei kleinen "Wehwehchen", die der Patient selbst mit frei verkäuflichen Mitteln aus der Apotheke behandelt.

Ebenso kann bei chronischen Krankheiten, die einer dauernden ärztlichen Behandlung bedürfen, die Menge der chemotherapeutischen Medikamente bei Verabreichung der biochemischen Salze meist verringert werden. Das darf aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt geschehen!

Im Allgemeinen brauchen die biochemischen Mittel bei chronischen Erkrankungen eine gewisse "Anlaufzeit"; denn eine Krankheit, die schon seit Jahren Beschwerden verursacht, kann nicht innerhalb von Tagen oder Wochen beseitigt sein. Doch ist in einzelnen Fällen auch in kürzerer Zeit eine Linderung zu spüren, das hängt von der jeweiligen Verfassung des Patienten ab.

Die Mittel werden meist in der 6. Potenz (D6) eingenommen. Nur bei einigen chronischen Leiden und bei manchen Beschwerden im seelischen Bereich wird die D12 verwandt. Silicea wird fast ausschließlich in der 12. Potenz gebraucht. Bei chronischen Krankheiten geben wir das Mittel 3- bis 6mal täglich. Bei akuten Krankheiten stündlich je eine Tablette. Ferrum phosphoricum und Magnesium phosphoricum werden zweckmäßigerweise alle 5-15 Minuten eingenommen, bis die Beschwerden nachlassen.

Die Häufigkeit der Einnahme wird manchen Leser zuerst erschrecken, doch dazu besteht kein Anlaß. Ein Schaden durch zu hohe Dosierung (wie z. B. bei chemischen Medikamenten) kann nicht eintreten, dazu ist die dem Körper zugeführte Menge zu gering; außerdem nimmt der Körper die Salze in der homöopathischen Aufbereitung nur soweit auf, wie er sie verarbeiten kann. Ein "Überangebot" wird mit dem Urin ausgeschieden.

Wichtig ist, daß die Tabletten nicht geschluckt werden! Man läßt sie im Mund zergehen, indem man sie beispielsweise zwischen Wange und Zahnfleisch legt und dort beläßt. Für die Behandlung von Säuglingen zerdrückt man die Tabletten zu Pulver und gibt es direkt auf die Zunge. Kinder nehmen die Mittel normalerweise gern, denn es sind endlich mal keine "bitteren Pillen".

Nach dem Abklingen der Beschwerden sollten die Mittel noch eine Zeit lang in geringerer Dosierung weiter genommen werden.

In einzelnen Fällen kann es nach der Einnahme zu einer leichten Verschlimmerung kommen; das ist ein Zeichen, daß das Mittel richtig gewählt wurde und der Körper darauf reagiert. In diesem Fall sollte die Dosis reduziert werden, bzw. das Mittel bis zum Besserung der Beschwerden abgesetzt und dann in geringerer Dosierung weiter genommen werden.

Die Salze sind in Tablettenform in standartisierter Qualität - verglichen mit chemischen Medikamenten zu einem Spottpreis - in jeder Apotheke erhältlich.

Bevor man als Patient zur Selbstbehandlung greift, sollte man sich jedoch darüber klar sein, daß jede ernsthafte Erkrankung in die Hände des Arztes gehört. Das langjährige Studium und die manchmal Jahrzehnte währende Erfahrung des Arztes kann nicht durch die Beschäftigung mit der Biochemie Dr. Schüßlers aufgewogen werden. Die Möglichkeiten, eine Krankheit zu behandeln und die Gesundheit wiederherzustellen, waren noch nie so gut wie in der heutigen Zeit. Wenn aber Art und Ursache der Krankheit geklärt sind, spricht nichts dagegen, die Therapie des Arztes durch die biochemischen Funktionsmittel zu unterstützen.

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